Kartoffelanbau ohne Acker

Gestern bin ich wieder mal auf was tolles gestoßen, dass ich noch nicht kannte. Beim durchstöbern diverser Blogs bin ich auf den Kartoffelturm aufmerksam geworden. Damit lässt sich auf kleinstmöglicher Fläche eine maximale Kartoffelernte erzielen. Das probiere ich jetzt aus.

Alles was man dazu braucht, sind 16 Bretter mit einer Länge von 80cm und vier Holzpfosten auf die man die Bretter einfach draufnagelt. Ein paar Holzpfosten hatte ich noch rumliegen. Bretter die Pi mal Daumen in mein Bauvorhaben passen waren auch noch genug im Schuppen. Als erstes habe ich die Bretter auf Maß gebracht. Jeweils acht Stück mit zwei Schraubzwingen zusammengehalten und dann ganz grob mit der Kettensäge eingekürzt. Die Pfosten kann man genauso grob zuschneiden.

Der Aufbau des Kartoffelturms

Der Kartoffelturm muss nicht im Boden verankert werden. Im Grunde genommen ist diese Bretterkiste genauso aufgebaut wie ein selbst gebauter Komposter. Unten und an den Seiten legt man die Kiste mit feinem Maschendraht aus. Das hält kleine Nager davon ab sich in der gemütlichen Kiste ein Nest zu bauen. Als Drainageschicht legt man den Boden mit Steinen aus. Wenn es wirklich mal heftig regnen sollte, kann das Wasser gut ablaufen und die Kartoffeln ersaufen nicht. Über die Steinlage kommt dann die erste Schicht Erde mit einer Stärke von ungefähr 10cm.

Kartoffelturm

Kartoffelturm aus Brettern. Wenn der nichts taugt, wird daraus ein Komposter.

Der Kartoffelturm für den Balkon

Der Kartoffelturm lässt sich auch in beengten Verhältnissen nutzen. Als Kistenersatz nimmt man einen großen Eimer, oder eine Plastikwanne. Damit sich die Nässe nicht staut, bohrt man unten Löcher rein. Eine Drainageschicht sollte auf auf einem geschützten Balkon nicht notwendig sein. Gartenerde besorgt man im Baumarkt, Kartoffeln zur Not aus dem Supermarkt. Wer sortenreine Kartoffeln möchte, sollte sich Saatkartoffeln aus dem Pflanzenmarkt besorgen. Für eine Selbstversorgung wird das zwar nicht reichen, aber als Beschäftigung für Stadtkinder taugt es doch allemal.

Die Aussaat

Die vorgekeimmten Kartoffeln legt man locker auf der untersten Erdschicht aus. Bei einem Pflanzabstand von 20cm kann man im Kartoffelturm etwa 9 Kartoffeln auslegen. Wenn die Mutterkartoffeln ihren Platz eingenommen haben, schüttet man 10cm Erde auf und ist mit der Aussaat fertig. Normale Gartenerde reicht übrigens. Die Erde sollte nicht zu nähstoffreich sein, weil sonst die Wurzeln verbrennen.

Die Kartoffel wächst

Nach einigen Wochen sollten die ersten Blätter sichtbar sein. Wenn die Blätter eine Höhe von 15cm erreicht haben, schüttet man vorsichtig weitere 10cm Erde auf. Das Blattgrün soll nicht abknicken und die Verästelungen des Grüns sollten intakt unter die Erdschicht gebracht werden. In den Gabelungen bilden sich dann weitere Karteoffelknollen. Das Blattgrün darf nicht vollständig unter die Erde gebracht werden, weil sonst keine Photosynthese mehr möglich ist. Die obersten 5cm sollten aus dem Boden ragen. Wenn diese Blätter nach einigen Wochen wieder aus dem Boden ragen, schüttet man wieder 10cm Erde auf. Das wiederholt man so lange bis die maximale Höhe von 80cm erreicht ist.

Die Kartoffeln ernten

Kartoffelturm aus Brettern

Nicht schön, aber zweckmäßig. Die Klappe ist abnehmbar und soll die Ernte erleichtern.


Geerntet wird erst dann, wenn das Grün verblüht ist. Dann ist die Kartoffel reif. Wer beim Aufbau des Kartoffelturms daran gedacht hat, eine Seite abnehmbar zu machen, hat jetzt einen Vorteil und kann den kompletten Inhalt mit einer Schaufel aus der Kiste schieben und dabei die Kartoffeln ernten. Nach der Ernte vermischt man die Erde im Herbst mit frischem Kompost und kann Sie im Jahr darauf wieder verwenden.

2 thoughts on “Kartoffelanbau ohne Acker

  1. Rob

    Servus,

    den gleichen Kartoffelturm habe ich mir auch vorgestellt. Da muss ich jetzt doch noch in den Container und die Paletten rausholen! 😉

  2. sanierer

    Hallo Rob,

    an Paletten habe ich auch schon gedacht. Da kann man viel draus machen. Leider weiß ich nicht wo ich die günstig bekommen könnte 🙁

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